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Siedlungsabfalldeponie Grimmen

Dichtwandumschließung

Die seit1970 betriebene ca. 7,5 ha große Siedlungsabfalldeponie Grimmen stellt mit einer Betriebsgenehmigung bis zum 01.06.2005 eine der größen betriebenen Altdeponien Deutschlands dar. Voraussetzung für einen über den 31.12.95 hinausgehenden Betrieb, der entsorgungspolitisch notwendig war, bildete die TASie-konforme Anpassung der Deponie an den Stand der Technik.

Die Deponie wurde seinerseit in einer großflächigen, vernässten Senke angelegt - eine künstlich hergestellte Basisdichtung und -entwässerung waren nicht vorhanden.

Die geologischen Untergrundverhältnisse sind als günstig einzustufen. Schadstoffemissionen wurden aber im seitlichen Deponieumfeld nachgewiesen, da sich der Deponiekörper im Einflussbereich des oberflächennahen Grundwasser in auflagernden, geringmächtigen Sandschichten befindet. Dies erforderte die Unterbrechung des Emissionspfades und eine Sickerwasserfassung.
Durch die Herstellung einer den gesamten Abfallkörper umschließenden Spundwand, die in den geringdurchlässigen Mergeluntergrund einbindet, wurde eine technische Barriere gegen nach außen abströmendes Deponiewasser errichtet.

Eine innen vor der vertikalen Abdichtung angeordnete Ringdränage faßt das anströmende Sickerwasser und führt es einem Dränagepumpwerk zu, das ebenfalls innerhalb der Deponieumschließung angeordnet ist.

Kontrollen des Sicker- und Oberflächenwassers werden jährlich durchgeführt und ausgewertet.

Gasfassung Oberflächenabdichtung

Auf Grundlage von Probeentgasungen, der Erstellung einer Gasprognose und FID-messungen konnte eine relevante Gasproduktion nachgewiesen werden.

Aus Gründen des Emissionsschutzes und zur Sicherung des Arbeitsschutzes während des laufenden Deponiebetriebes aber auch mit Blick auf eine energetische Deponienutzung nach Deponieschluss wurde die Planung und Installation einer kontrollierten Deponiegasfassung erforderlich. Nach Deponieschluss war die Oberfläche abzudichten.
Die Planung und Installation der aktiven Deponieentgasung erfolgte gemäß einem stufenweisen Ausbaukonzept.

Das in 15 Gasbrunnen gefaßte Deponiegas wird über ca. 1500 m Gasanschluss- und etwa 700 m Gassammelleitungen zwei Sammelstationen zugeführt. Von dort gelangt es in eine Gasverdichter- und Fackelanlage mit einem Leistungsdruchsatz von 50 - 100 m³/h.

Für die Oberflächenabdeckung wurde unter Berücksichtigung erhöhter lokaler Setzungsdifferenzen ein System gewählt, das neben der Verwendung mineralischer Baureststoffe eine ausreichende flexible Dichtkomponente vorsieht.

Projektdaten

Auftraggeber: Stadtwirtschaft GmbH Grimmen
Staatliches Amt für Umwelt und Natur Stralsund
Planung: HOAI 1-9, § 57

Datenblatt - Deponie Grimmen

Download Deponie Grimmen

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