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Hochwasserschutz Dassow

Kombi-Wand für den Speicher

Problemstellung

Die Ortschaft Dassow befindet sich am Südende der Lübecker Bucht, mit dieser verbunden über Trave und den Dassower See. Der Bemessunghochwasserstand beträgt hier 3,00 m HN. Die am niedrigsten gelegene Bebauung befindet sich bei Geländehöhen von ca. 1,00 mHN.

Um diese bebauten Teile von Dassow gegen Sturmfluten zu schützen, war ein entsprechendes Schutzkonzept zu entwickeln, das im Wesentlichen auf den klassischen Deichbau ausgerichtet wurde. Allerdings war am denkmalgeschützten Speicher unmittelbar am Flüsschen Stepenitz, die in Dassow in den Dassower See mündet, die Herstellung eines Deiches aus Platzgründen nicht möglich.

Technische Lösung

Der Speicher befindet sich im Abstand von ca. 3 m zur Uferlinie der Stepenitz. Er ist wegen der erst in etwa -12 m HN vorhandenen tragfähigen Schichten auf einer Holzpfahlgründung errichtet worden.

Diese Gründung hat allerdings in den etwa 150 Jahren Standzeit nachgegeben mit der Folge, dass der Speicher über die Diagonale etwa 0,60m in Richtung Stepenitz geneigt ist.

In enger Abstimmung mit der Stadt Dassow und der Denkmalschutzbehörde wurden in Verbindung mit denkbaren Nutzungsvarianten Möglichkeiten der Einbeziehung des Speichers geprüft.

Im Ergebnis dieser Prüfung, die eine Visualisierung von Sicherungsmöglichkeiten einschloß, wurde schließlich eine bogenförmig den Speicher umschließende Spundwand favorisiert.

Diese bindet auf der einen Seite an die HW-sichere Stepenitzbrückenrampe an und auf der anderen Seite an den geplanten weiterführenden Deich.

Da die Konstruktionshöhe mit 3,20 mHN definiert war, mussten Möglichkeiten gefunden werden, den "Abdeckungsgrad" des Speichers zu reduzieren und gleichzeitig die Chance zu eröffnen, von der Binnenseite eine für den Besucher durchschaubare Wand zu gewährleisten.

So ist schließlich der obere Konstruktionsteil der Wand mit 0,80 m Höhe in HW-sicherer Spezialverglasung entwickelt worden.

Aufgrund der sehr schlechten Baugrundverhältnisse sowie der unsicheren Gebäudegründung wurde die Spundwand mit Bohlenlängen von bis zu 16 m im Pressverfahren ausgeführt.

Nach Ausführung der Spundwand wurde eine entsprechend bemessene Abdeckung aufgeschweißt, die schließlich die Stützen für die im 2 m-Raster eingebauten Glaselemente aufnahmen.

Die einzelnen Glaselemente bestehen aus 3 Scheiben, von denen die jeweils äußere eine Opferscheibe ist.

Projektdaten

Auftraggeber: Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg Schwerin
Planung: LP 1-6

Datenblatt - Hochwasserschutz Dassow

Download Dassow

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